„Keine Moschee in Wertingen“

Neues Schwaben, März 2003

„Es wird definitiv keine Moschee und auch kein islamisches Kulturzentrum in Wertingen geben“, so die Aussage von Bürgermeister Willy Lehmeier in einem Gespräch mit der Redaktion unserer Zeitschrift. Gleich nach der Verbreitung von Meldungen, wonach „Hintermänner bei Nacht und Nebel“ das Neue Schwaben verteilen würden, hatte die Redaktion um ein Gespräch gebeten. Dieses fand dann am 26. November 2002 kurz nach 9 Uhr im Wertinger Rathaus statt. In dem gut einstündigen Gespräch wurde weitgehende Übereinstimmung in Fragen der kulturellen Identitätswahrung festgestellt.

Wir wollen keine Moschee in Wertingen

Obige Wahlanzeige vom 29. September 2001 verhalf Herrn Lehmeier wohl zum Amt des Stadtoberhauptes von Wertingen.
Der Bürgermeister steht auch heute noch zu seiner Aussage.

Kommentar

Als Inhaber eines öffentlichen Amtes muß man heute in Deutschland laufend Gratwanderungen unternehmen. Einerseits will man zu den Versprechen stehen, die man vor einer Wahl gegeben hat, andererseits muß man sich von Ansichten distanzieren, die tabubehaftet und politisch nicht korrekt sind. So hat es auch Wertingens Bürgermeister Willy Lehmeier nicht leicht. Einerseits hat er hauptsächlich mit der Zusage der Moschee-Verhinderung die Wahl gewonnen, andererseits will er sich von Bürgern distanzieren, die begriffen haben, daß die Islamisierung einen Angriff auf die Identität des deutschen Volkes darstellt.

So meinte er, das Infoblatt Neues Schwaben sogleich dem „Verfassungsschutz“ vorlegen zu müssen und behauptete beharrlich, das Blatt würde von „unbekannten Hintermännern“ gemacht und verbreitet. Dabei hatte sich die NS-Redaktion gleich nach dem Hetzartikel der „Wertinger Zeitung“ vom 23. 10. 2002 bei ihm gemeldet.

Doch selbst nach dem Gespräch mit der Redaktion vom 26. November 2002 behauptete Lehmeier in einem Brief an einen Wertinger Stadtrat: „Es wurden keine Personen gemeldet. Ich hätte mir gewünscht, daß die Personen, die redaktionell hier aktiv geworden und für den Inhalt verantwortlich sind, sich zu einem vertraulichen Gespräch mit mir getroffen hätten. Das ist leider nicht passiert.“

Hier wäre mehr Offenheit und Wahrhaftigkeit gefordert - Eigenschaften, die bei amtierenden Politikern heute kaum noch anzutreffen sind. (rw)

Politisches Tagebuch